Logo P. platyrhinos P.platyrhinos Logo P. platyrhinos
 

Phrynosoma platyrhinos 1852 GIRARD

Verbreitung:
Die Krötenechsen besiedeln den amerikanischen Kontinent; Phrynosoma platyrhinos gehört zu den häufigsten Arten. Das Verbreitungsgebiet dieser Tiere erstreckt sich vom Norden bis in den Süden nach Sonora. Man unterscheidet die Wüstenkrötenechse in drei Unterarten:
 
Die Südliche Wüstenkrötenechse, P. platyrhinos calidiarum (COUPE 1896).
Verbreitung: vom Südosten Kaliforniens über den Süden Nevadas, Südwesten von Utha, Westen von Arizona.
Die Sonora Wüstenkrötenechse, P. platyrhinos goodei (STEJNEGER 1893).
Verbreitung: im Nordwesten von Sonora, Mexiko, bis zum Norden des Golfes von Kalifornien.
Die Nördliche Wüstenkrötenechse, P. platyrhinos platyrhinos (GIRARD 1852).
Verbreitung: Nevada und Utha, südwestlich von Idaho und vom Südosten von Oregon.
 

Aussehen:
Phrynosoma platyrhinos ist nicht sehr stachelig und gehört zu den mittelgroßen Arten. Sie hat eine Reihe großer Stachelschuppen entlang der Körperseiten, und zwei Occipitalstacheln, die länger sind als die anderen Stacheln. Außerdem hat sie zwei Reihen großer Kehlschilder. Manche Tiere fallen nicht automatisch in die Charakteristika dieser drei Unterarten laut dem Bestimmungsschlüssel von PIANKA (1991). Er selbst wies daraufhin, dass Tiere aus den Übergangsgebieten manchmal nicht einfach zugeordnet werden können, da die Übergänge fließend seien.
P. platyrhinos 1,0
P. p .goodei zeichnet sich durch seine drei größeren Schläfenstacheln aus. Der hintere ist so lang wie ein Hinterhauptstachel, die drei hinteren Kinnschilder sind länger und spitzer als die anderen.
P. p. platyrhinos besitzt einen Schwanz, der im Querschnitt rund ist, hat eine Lücke zwischen den Hinterhauptstacheln von der Größe, der Basis eines Hinterhauptstachels; außerdem messen diese noch weniger als 45% der Kopflänge der Echse.
P. p. calidiarum kennzeichnet eine Lücke zwischen den Hinterhauptstacheln, deren Größe nur halb soviel mißt, wie die Basis eines Stachels. Diese Stacheln messen mehr als 45% der Kopflänge und sind stärker; in der hinteren Hälfte ist der Schwanz etwas abgeflacht.
 
Lebensraum :
Die Tiere leben in Wüsten im Süden bis hin zu den Kaltwüsten im Norden; auch Halbwüsten werden bewohnt. Hier gibt es massive Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter, aber auch zwischen Tag und Nacht. Der Boden ist nur teilweise bewachsen und besteht aus Sand und Geröll.
 
Gewicht und Größe:
Ausgewachsene Männchen sollten ein Gewicht von ca. 20 g haben, Weibchen sind bedeutend größer und wiegen um die 30 g. Mein größtes Weibchen wog kurz vor der Eiablage 36 g. Die Gesamtlänge (GL) eines Tieres mißt zwischen 100 mm und 130 mm. Ausgewachsene Wüstenkrötenechsen häuten sich im Sommer, also nur einmal jährlich, Jungtiere ca. alle 7 Wochen.
 
Terrarium:
Meine ersten 1,2 adulten Phrynosoma platyrhinos bewohnten ein Zimmerterrarium mit den Maßen 120 cm x 60 cm x 100 cm. Die Höhe ist nicht so relevant und dient nur dem menschlichen Auge, ein größeres Terrarium mit einer Felswand betrachten zu können. Die Tiere sind terrestrisch und gehen nur zur Futtersuche auf höhergelegene Stellen wie Steine und kleine Wurzeln. Bei "Regen" flüchten sie ebenfalls panikartig auf höhere Gegenstände. Wenn der Bodengrund zu hart ist, suchen die Tiere ebenfalls Steine, Pflanzen und Wurzeln zum Schlafen auf. Das damalige Terrarium war 15 cm hoch mit Sand gefüllt, der unten immer feucht sein musste, und nach oben hin abtrocknete. Besprüht oder gießt man das Terrarium aus, ist es genau umgekehrt (oben nass und unten trocken). Hier ist es von Vorteil, sich einen Schlauch zu nehmen, ihn unter den Sand zu graben und in einer Ecke des Terrariums herausragen zu lassen. Auf das sichtbare Stück steckt man einen Trichter und schüttet nun das Wasser hinein. So erreicht man, dass die Bodenfeuchte unten im Sand ist und nicht oben.
Beleuchtet wurde das Terrarium mit einem 150 W HQI-Strahler. Dieses helle Licht kommt zwar nicht annähernd an die Lichtfarbe wie die in der Natur heran, ist aber bedeutend heller als Leuchtstoffröhren oder HQL-Lampen. Außerdem eignen sich die Strahler gut zum Ausleuchten der Terrarien und dürften den Echsen wegen ihrer erhöhten Luxzahl entgegenkommen. Beheizt wurde das Terrarium mit einem 75 W Halogenstrahler mit E27 Fassung. Dieser wird so eingestellt, dass auf dem Boden ca. 40°C bis 45°C erreicht werden. In den übrigen Bereichen des Terrariums nahmen die Temperaturen immer mehr ab bis auf 20°C, was den Echsen entgegenkommt. Die Tiere meiden die heißen Stellen, nachdem sie sich ausreichend aufgewärmt haben, suchen sie aber immer wieder für kurze Zeit auf.

In der neuen Anlage sethen den Tiere Becken mit dem 100x60x60cm zur Verfügung. Ausgestrahlt werden sie mit je 70 Watt HCI Powerball von Osram. Bei Bedarf wird ein Heizstarahler von 40-60 Watt hinzugeschaltet.

 
 
Ernährung:
Meine P. platyrhinos fressen alles, was sie fangen können: Heimchen, kleine Grillen, Mehlwürmer, junge Zophobas, Wespen, Bienen, Hummeln, Wachsmotten/-larven, Bienenlarven, Käfer/-larven, Fliegen und deren Maden. Ein Tier überfraß sich bei mir mit Mehlwürmern, so dass es sich schließlich übergeben musste. Mehlwürmer wurden daraufhin von diesem Tier ca. ½ Jahr gemieden (erst nach der Überwinterung wurde sie bereitwillig wieder gefressen. Abwechslungsreiches Futter ist für Krötenechsen eine absolute Bedingung, da sie, wenn sie längere Zeit einseitig, z.B. mit Heimchen gefüttert wurden, diese Futtertierart nicht mehr fressen, und sie so als weitere Futtervariante ausfallen würde. Nach dem Winterschlaf beginnen die Tiere einen großen Appetit zu entwickeln. Dann fressen die Echsen eine Menge, die man ihnen sonst nicht zutrauen würde. So kann es sein, dass ein adultes Exemplar 20-25 mittelgroße Mehlkäferlarven verschlingt, oder sogar 12 mittelgroße Heimchen. Sie fressen vom Frühjahr bis in den Frühsommer; erst dann fressen sie weniger und beginnen sich einzugraben oder verstecken sich unter Wurzelstücken oder dicht an Pflanzen. Man sieht die Tiere nur noch lediglich morgens beim kurzen Sonnenbaden. Die Tiere beginnen jedoch nicht an Gewicht abzunehmen, da sie aufgrund ihrer raren Bewegungen kaum Energie verbrauchen. Gegen September fressen die Tiere kaum noch; ab und zu wird ein Futtertier gepackt, aber scheinbar nur, wenn es zufällig kurz vor der Schnauze des Echse vorbeiläuft. Ich habe nie gesehen, dass ein Wüstenkrötenechse in dieser Jahreszeit einem Futtertier nachgestellt hat, indem es hinterherlief. Flüssigkeit scheint von den Tieren gerne aufgenommen wenn sie als Tropfen an den Büschen hängen. Meistens flüchteten die Krötenechsen, wenn sie bemerkten, dass in dem Terrarium Wasser zerstäubt wurde. Wenn man seine Tiere gefüttert hat, setzten die Tiere nach zwei Tagen, meistens am Morgen, wenn die Körpertemperatur angestiegen ist, ihren Kot ab. Der Kot ist glänzend schwarz, walzenförmig, und an der zuerst ausgestoßenen Seite auffallend weis. Hierbei handelt es sich um den Harnstoff.
 
0,1 P.platyrhinos
 
Aggressionen:
Eines meiner Krötenechsenmännchen wurde von einem anderen Männchen stark attackiert. Siehe Das Aggressionsverhalten
 
Überwinterung:
Die Überwinterung 1998/99 erfolgte schon im Terrarium, da sich die Tiere eingruben, als über drei Tage der HQI-Strahler wegen eines Defektes ausgefallen war. Die Tiere wachten aber immer wieder auf, was ich im Nachhinein den zu hohen Temperaturen von ca. 15°C zuschreibe.

Ich überwinterte im Winter (1999/2000) meine Wüstenkrötenechsen in mehreren Kunststoffwannen, 60x40x50, LxBxH, die mit feinem trockenem Sand gefüllt waren, bei einer Temperatur um die 10°C. Wichtig ist die Überwinterung in völlig trockenem Substrat, damit die Tiere keinerlei eitrige Stellen bekommen. Flüssigkeit bekommen die Echsen durch den Abbau von Fett, da bei diesem Prozess Wasser fei wird. Ein Problem bei der Überwinterung war es, dass die Tiere zwischendurch aufwachten und sich aus dem Sand gruben. Ein Tier schlief wieder auf dem Sand ein. Als ich im 14tägigen Rhythmus wieder nachschaute, musste ich entdecken , dass das Tier bereits tot war. Aufwachende Echsen wurden deshalb sofort in ein Terrarium gesetzt, um nicht noch mehr Verluste des Tierbestandes einzugehen. Durch den "abgebrochenen Winterschlaf" waren die Tiere nicht so vital wie sonst, sondern zeigten eine "Antriebsschwäche" bei der Nahrungsaufnahme.

Im darauffolgenden Winter (2000/01) entschloss ich mich deshalb die Tiere kälter zu überwintern, da es in einigen Herkunftsgebieten der Tiere auch Nachtfröste gibt. Die Überwinterungskisten wurden in einem alten Gewölbekeller aufgestellt; hier herrschten fast die Außentemperaturen, da ein Kellerfenster ständig offen stand. Doch auch hier zeigte sich das gleiche Bild. Zwar schliefen einige Tiere länger, doch einige wachten nach bereits drei Wochen wieder auf. Diese Tiere wurden erneut in ein Terrarium gesetzt, um kein Risiko einzugehen. Diesen Tieren war im gesamten Jahr eine deutlich eingeschränkte Vitalität anzumerken.

Zu erwähnen ist hierbei ein Männchen, das ich mit anderen Tieren, wegen des schönen Wetters im April 2001, in die Freianlage setzte und beim Herausfangen der Tiere (wegen einer Wetteränderung) nicht wiederfinden konnte. Ich räumte die gesamte Inneneinrichtung aus und durchwühlte den Sand bis zu einer Tiefe von ca. 15 cm vorsichtig mit der Hand, doch entdeckte ich das Tier nicht. Somit dachte ich, es wäre tot und von den Futtertieren schon zum Teil gefressen worden. Im Herbst staunte ich dann nicht schlecht, als ich das Tier wiederfand. Es saß mit den anderen dazugesetzten Krötenechsen beim Sonnenbad. Das Tier war wohl genährt, und sogar schwerer als die anderen in seiner Größe; auch die Färbung war ausgeprägter, als bei den Tieren, die die meiste Zeit im Zimmerterrarium gewesen waren.

 
 

P.platyrhinos_graublau

Zucht:
Der Paarungstrieb bei gesunden Männchen ist nach einer Überwinterung sehr ausgeprägt. Die Tiere laufen aufgerichtet durch das Terrarium und schauen ständig umher, wenn sich etwas bewegt. Die Weibchen liegen meist geschützt im Sand und laufen ruckartig durch das Terrarium. Die Männchen laufen sofort ruckartig hinter ihnen her und versuchen sich zu verpaaren. Es scheint, als würde es sich hier um einen "Reflex" der Männchen handeln.

P_p_Gelegeeingang
Meine Tiere verpaarten sich in der Zeit von Mai bis Juni. Auffallend war die permanente Bedrängung eines Weibchens durch ein Männchen. Das Weibchen war zunächst recht gut genährt. Das Männchen war stets hinter diesem Weibchen her und berührte es mit dem Maul an ihrer Kloake. Das Weibchen hob daraufhin den Schwanz, um das Tier abzuwehren. Diese "Verfolgung" ging über einen Zeitraum von zwei Wochen; das Weibchen verlor zunehmend an Gewicht und starb schließlich nach einer weiteren Woche. Zuvor verweigerte das Tier die Nahrung völlig und erbrach nach einer Zwangsfütterung. Alle meine Weibchen legten im Jahr jeweils ein Gelege mit 4 bis 8 Eiern ab. Laut Literatur können kräftig genährte Weibchen in einem guten Jahr bis zu zwei Gelege absetzen. Dies bezweifele ich jedoch sehr, denn die gesundheitlichen / körperlichen Zustände in der Natur sind nicht so gut optimal wie bei der Haltung in Gefangenschaft.

Meine beiden trächtigen Weibchen legten im August 1999 ihre Eier ab. Die Eingänge der Legeröhren lagen beide unmittelbar unter dem Wärmestrahler. Die Röhre maß ca. 20 cm und führte um einem Blumentopf herum, dann an einer Trennscheibe entlang bis zur Hinterwand. Hier wurden die Eier abgelegt. Die Eier lagen nicht aneinander, sondern waren mit Sand voneinander getrennt. Das erste Weibchen legte am 12.08.1999 5 Eier, das andere Weibchen am 30.08.1999 7 Eier ab; die Eier wiesen einen rötlichen Schimmer auf. Ich inkubierte die damaligen Gelege in einem selbstgebauten Inkubator auf einem Sand-Kohlegemisch, bei einer Temperatur von ca. 26-27°C. Oberhalb der Eier spannte ich ein feuchtes Zellstofftuch, um zu verhindern, dass Kondenswasser auf das Gelege tropfte. Nach einer Inkubationszeit ca. 53 Tagen schlüpften die ersten Tiere. Das erste Gelege, das aus 5 Eiern bestand, begann nach 43 Tagen zu schrumpfen, jedoch nicht das zweite Gelege, welches sich im gleichen Inkubator befand. Ich öffnete ein Ei und fand eine fast vollständig entwickelte Krötenechse vor, mit Nabelschnur und einem Dottersack, vergleichbar mit der Größe einer kleinen Haselnuss. Das Tier öffnete das Maul und streckte mehrmals die Zunge heraus, es starb schließlich nach ca. 20 Minuten. Schließlich gab ich Wasser in die Nähe der schrumpfenden Eier, und sie wurden wieder praller. Nach insgesamt 53 Tagen schlüpften die Tiere. Ein Ei hatte einen schwarzen Fleck. Als ich es öffnete, fand ich eine fertig entwickelte Echse, die im Ei abgestorben war. Ein Tier, welches einen großen Dottersack hatte, lag noch am Schlupftag tot unter dem Wärmestrahler, scheinbar war es zu schwach gewesen, der "Hitze" zu entfliehen. Somit blieben von 5 Eiern nur 2 Jungtiere übrig.
Das zweite Gelege, welches aus 7 Eiern bestand, entwickelte sich besser; ein Tier starb kurz vor dem Schlupf. Die anderen 6 Jungtiere schlüpften erfolgreich und wurden erst dann ins Terrarium gesetzt, nachdem der Dottersack völlig aufgebraucht war. Das Gewicht der Tiere schwankte zwischen 1,0 g - 2,0 g . Die 6 NZ wurden mit denen vom ersten Gelege in einem Gemeinschaftsbecken aufgezogen. Alle 8 Tiere fraßen nach zwei bis drei Tagen kleine gelbe Wiesenameisen (Lasius flavus) und auch micro Heimchen, die ich nach zwei Wochen anbot. Die Futtertiere wurden vor dem Verfüttern mit Vitaminen "bestäubt". Die NZ99 überwinterten 1 ½ Monate bei einer Temperatur von 6-10°C in einem mit trockenem Sand gefüllten, ausrangierten 60 Liter Aquarium. Von den 8 NZ aus dem Jahr 1999 wachten am 26.01.2000 leider nur 6 Jungtiere auf. Die Winterruhe sollte eigentlich bis April andauern, doch die Tiere lagen seit Anfang Januar regungslos auf dem Sand. Die Tiere machten keinerlei Anstalten, sich erneut im Sand einzugraben. Somit kontrollierte ich am 26.01.2000 die Tiere; hierbei musste ich leider feststellen, dass zwei Jungtiere eingegangen waren. Die Augen waren eingefallen, so dass die Augenhöhle sichtbar war. Somit entschloss ich mich aus Angst, noch weiter Tiere zu verlieren, die Tiere in ein beheiztes Terrarium zu setzen.

P_p_Gelegeeingang1
Das Becken mit den Maßen 120x60x100 (LxTxH in cm) wurde mit einem 80 W Halogenstrahler beheizt; somit konnten die Tiere sich bei einer lokalen Temperatur von 45°C aufwärmen, aber auch Bereiche von 15°C aufsuchen. Die Tiere fraßen noch am gleichen Tag Mehlwürmer. Am folgenden Tag grub ich die schneebedeckten Ameisenhaufen auf und "erntete" die Ameisen. Die Jungtiere fraßen jedoch lediglich vereinzelt Ameisen, mit Vorliebe jedoch die gelbe Wiesenameise (Lasius flavus). Die Schwarze Wegameise wurden völlig gemieden. Mehlwürmer wurden dagegen in den nächsten Tagen immer wieder gerne angenommen. Am dritten Tag setzte ich den bis dann noch scheuen Tieren mit Hilfe einer 5ml Spritze Wassertropfen auf die Nasenregion, die sofort aufgenommen wurden. Am 02.02.00 fraßen die Jungtiere sowohl die kleinen gelben Wiesenameisen als auch die schwarzen Wegameisen und kleine gelbe Würmer, die im Erdreich des ausgehobenen Ameisenhaufen waren. Mehlwürmer wurden ebenfalls gierig gefressen. Seit dem 10.02.2000 wurde das Becken zusätzlich mit einem 150 W HQI-TS Strahler beleuchtet. Die Tiere wurden vitaler; sie liefen viel umher und waren ständig auf der Suche nach Futter. Am Samstag, dem 18.März 00 lag ein kleines 0,1 mit einem Gewicht von 2-3 g tot im Terrarium. Dieses Tier war zuvor durch seine geringe Größe aufgefallen. Im darauffolgenden Jahr 2000 hatte ich besonderes Pech mit der Nachzucht. Ich hatte leider meine Alttiere verloren, da mir im Sommer dieses Jahres, als mein Außenterrarium noch im Bau war, leider das provisorische Sonnendach durch den Wind heruntergerissen worden war. Als ich von der Arbeit kam, musste ich leider feststellen, dass die Tiere gestorben waren. Sie hatten keinerlei Schattenplätze aufsuchen können. Ich bekam zufällig 1,2 adulte P. platyrhinos; die beiden Weibchen waren auch beide trächtig, so dass sie schließlich auch zu graben anfingen. Die "Testgrabungen" waren auch im Jahr zuvor bei den Alttieren zu sehen gewesen. Scheinbar testeten die Tiere die Bodenbeschaffenheit und begannen erst dann die eigentliche Legeröhre zu graben. Die Legeröhre wurde auch dieses Mal wieder unmittelbar unter der Wärmelampe gegraben. Schließlich musste ich, als ich von der Arbeit nach Hause kam, sehen, dass alle 1,2 P.platyrhinos in dieser Röhre waren. Beide Weibchen legten ihre Eier, und das Männchen lief auf den Eiern umher. Ich verlegte die Eier sofort in den Inkubator. Ein großer Teil der insgesamt 13 Eier fingen nach und nach an zu verpilzen.

P_p_Eiablagestelle
Ich behandelte die betroffenen Eier mit einer Salbe gegen Pilze, was jedoch keinen Erfolg mit sich brachte. Die verpilzten Eier wurden entfernt. Somit blieben nur fünf Eier übrig, aus denen nur drei Tiere schlüpften, denn ein Tier war nicht aus dem Ei gekommen, und ein weiteres hatte es lediglich geschafft, den Kopf aus dem Ei zu strecken und war dann eingegangen. Eine kleines Weibchen dieser Nachzucht hatte einen verkrüppelten Schwanz.

Dieses Weibchen legte im Juni 2003 erstaunlicher Weise ein befruchtetes Gelege bestehend aus sechs Eiern ab. !Aus diesem Gelege schlüpften drei Tiere, die drei übrigen Eier fielen ein und wurden nach zwei Tagen geöffnet. So konnten zwei noch nicht ganz entwickelte Tiere, die jedoch noch nicht selbstständig lebensfähig waren und ein abgestorbener Embryo festgestellt werden.